Gedanken zum Monatsspruch  Dezember

 

„Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“        

                                                                                                                                                                                          Matthäus 2,10

 

Liebe Gemeinde,

ein Gerücht ist im Umlauf. Ein neuer König ist geboren. Drei Sterndeuter, die eigentlich drei Magier waren, die sich mit Astrologie beschäftigten, machen sich deshalb auf den Weg. Sie haben ein Zeichen gesehen. Einen Stern. Nun wollen sie herausfinden, wo der neue König zu finden ist. Den Ort, die genauen Umstände, den Namen des Königs, kennen sie noch nicht. Aber sie wollen es raus finden.

Das alles riecht sehr nach Advent. Wir dürfen uns auf den Weg machen. Das Zeichen der Christgeburt vor Augen. Für die Sterndeuter war der Stern das Zeichen des Kommenden. Für uns ist es die Krippe, das Weihnachtsfest, die Feiertage. Und doch spüren wir, jeder von uns muss sich selbst auf den Weg machen. Die Zeichen deuten, die Gott einem persönlich schenkt. Eine

Gotteserfahrung. Ein Wort aus der Bibel, das uns besonders anspricht. Eine Sehnsucht, die nach Erfüllung sucht. Ein Gebet, das auf Antwort wartet. Nur aufgrund des Sterns hätten die drei Weisen den Messias nicht gefunden. Sie

mussten sich auf den Weg machen. Hoffen und glauben, dass dort auch etwas zu finden ist. Sich durchfragen. Sich innerlich und äußerlich ausrichten auf dieses Wunder. Diese Geschichte ist für mich Ausdruck des Geheimnisses von Weihnachten. Wir haben gehört. Wir haben geschaut. Wir haben Dinge erzählt bekommen. Wir sehen Zeichen. Aber aufmachen muss ich mich selbst. Die Weisen haben Zeit und Mühe nicht gescheut. Sie werden einige Wochen unterwegs gewesen sein. Vielleicht gab es auch Zweifel und Umwege auf ihrem Weg. Ich glaube, dasselbe gilt auch für einen jeden von uns. Weihnachten ist eine Einladung sich auf den Weg zu machen. Die Christgeburt ist ein Licht, das zu uns aus der Ferne ruft: „Mach dich auf den Weg. Komm näher. Finde heraus, was -

Christ, der Retter ist da – für dich persönlich bedeutet.“ Dazu lädt die Adventszeit ein. Einmal vier Wochen (dieses Jahr nur 3) sich bewusst auf den Weg zu machen. Nach Jesus, dem Retter der Welt neu zu suchen. Zeichen, die uns Gott sendet, wahr zu nehmen. Anderes, was uns von dieser Suche abhalten will, einmal auszuschalten und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Advent und

Weihnachten ist für mich wie ein Haus, in das wir eingeladen sind. Uns umzuschauen, Raum für Raum zu entdecken. Ruhe, Anbetung, Fragen, Dank, Klage und Bitte los zu werden. Um Christus neu zu finden. Denn so sagt es Roland Knox: „Es ist genug Raum in der Grotte von Bethlehem für jeden, der bereit ist nieder zu knien.“ In diesem Sinne wünsche ich uns allen Zeit, Räume zu erkunden, in denen wir Zeichen Gottes finden, Menschen begegnen, die uns auf diesem Weg begleiten.

 

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen/ Euch

Euer Pfarrer Thomas Stiehl