Gedanken zum Monatsspruch  Mai

 

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft,

und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“     Hebräer 11,1

 

Haben Sie schon mal an sich selbst gezweifelt? Oder sind über einer scheinbar ausweglosen Situation fast verzweifelt?

Willkommen an Bord. Nicht nur irren ist menschlich, sondern auch zweifeln.

Am Gründonnerstag haben wir genau über dieses Thema beim Jugendgottesdienst in

Tannenberg nachgedacht. Wie ist das mit dem Zweifel bzw. mit seinem Gegenüber, dem Glauben.

Von Glauben wird viel gesprochen und geschrieben, aber ob wirklich Glauben in uns ist, zeigt sich dann meist in der jeweiligen Situation. Jesus fordert immer wieder zum Glauben auf. Glaube ist laut dem Vers aus dem Hebräerbrief ein Vertrauen in Gott für Dinge und Situationen, die dem Verstand nach nicht absehbar oder nicht vorhersehbar sind. Konkret kann das das Finden einer Arbeit nach langer Arbeitslosigkeit sein, das Finden eines Partners fürs Leben, das Wiedererlangen von innerem Frieden, Versöhnung mit Menschen, mit denen wir lange zerstritten waren. Oder auch in einzelnen Fällen seelische oder körperliche Heilung. Mein Schwager hatte vor Jahren eine schlimme Magenerkrankung, die lebensgefährlich und nach den Ärzten unheilbar war. Durch viel Gebet und auch seinem Vertrauen in Gott ist er geheilt worden. Manche werden sagen, da hat er Glück gehabt, aber was ist mit meinen Negativ-Erfahrungen. Soweit ich die Bibel verstehe, sollen wir unseren Glauben nicht an unseren Erfahrungen, sondern an dem Wort Gottes ausrichten. Und ich denke, dass tun wir im Alltag oft viel zu wenig. Der Hebräerbrief sagt, wir sollen an dem nicht zweifeln, was wir nicht sehen. Wie es Jesus zu Thomas sagt: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Auf diesem Weg sind wir denke ich alle. Denn Glauben fällt nicht vom

Himmel und wird uns auch nicht in die Wiege gelegt.

Glauben muss in uns wachsen durch das Lesen der Bibel und durch Gebet. Aber

auch durch gute Erfahrungen mit Gott. Die Glaubenshelden der Bibel mussten meistens viele Prüfungen durchleben, an denen ihr Glauben gestärkt und herausgefordert wurde. Uns geht es meist nicht anders. Die Bibel sagt in Jakobus 1:

Wenn wir am Zweifel festhalten, dann sollen wir uns nicht einbilden, dass wir von Gott etwas empfangen, denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die hin- und hergetrieben wird. Dieses Wort fordert uns sicher heraus. Aber Glaube, das Vertrauen in etwas, das wir nicht sehen, wird immer eine Heraus- forderung bleiben. Ich denke an die alte Sarah, die noch ein Kind bekommen soll oder an Noah, dem Gott nach der Sintflut einen Neuanfang verspricht. Scheinbar unmöglich.

Deshalb macht uns die Bibel Mut, immer wieder auf die Kraft Gottes und seine Hilfe zu vertrauen, das heißt zu glauben.

 

Dabei brauchen wir oft die Hilfe und den Glauben von anderen Menschen, denn gemeinsam sind wir stark. So wie es das bekannte Bibelwort sagt: „Wenn zwei sich auf der Erde eins machen um etwas zu bitten, so wird es ihnen zuteil werden.“

Bleiben wir dran auf diesem Weg des Glaubens, dass unser Glaube wächst und gestärkt wird und wir es uns nicht im Zweifel, der auch zum Leben gehört, gemütlich einrichten.

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf dessen, was man hofft, und

ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.