Gedanken zum Monatsspruch


Jesus antwortete:

Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

                                                                                                                                                                      Lukas 19, 40

 

Liebe Gemeinde,

 

Passionszeit ist Einkehrzeit. Zeit zur Umkehr. Chance für einen Neubeginn.

Mancher wird sich fragen: Wie soll ich in diesem aktuellen Durcheinander zur

Ruhe kommen? Täglich gibt es neue Nachrichten, müssen Termine verlegt,

abgesagt oder verändert werden.

 

Die Geschichten der Bibel sehen genau das als Chance an. Mitten im Sturm

schläft Jesus im Boot. Die Wellen schwappen in den Kahn. Unmittelbar vor der

Kreuzigung sucht Jesus noch einmal die Nähe zu seinen Freunden, den Jüngern,

und feiert den Vorabend des Passahfestes.

Paulus und Silas singen im Gefängnis und loben Gott.

David stärkt sich in dem Herrn und sucht Gott, als die Feinde ihn umzingelt haben.

Hagar, die mit ihrem Sohn Ismael in die Wüste floh, sagt: „Du bist ein Gott, der

mich sieht.“ Weil Gott ihr begegnet war.

 

Gottes Perspektive auf die Situationen unseres Lebens ist oft sehr verschieden von

unserer menschlichen Betrachtungsweise. Ich glaube, dass ist die Chance in

unseren Tagen, in denen wir versucht sind, den Mut zu verlieren.

 

So empfinde ich auch das Kreuzes-Geschehen. Die Römer meinen zu

triumphieren. Die religiöse Führung Israels meint einen Aufrührer mundtot

gemacht zu haben. Aber die Kreuzigung von Jesus ist der Sieg Gottes. Die

Überwindung des Todes. Das Tor zu Heil und Erlösung von uns Menschen.

Diese göttliche Kraft kommt zum Ausdruck in dem Monatsspruch aus

Lukas 19,40: „Wenn die Jünger schweigen, dann werden die Steine schreien.“

Jesus erweckt Totes zum Leben. Er verwandelt manche Niederlage in Sieg.

Das ist die Botschaft vom Kreuz und der Passionszeit. Darin ist ein Geheimnis

der Schrift verborgen, dass es in unserer Zeit, in der es um Stärke, Erfolg, Geld

und Milliarden geht, neu zu entdecken.

Wie es Paulus im 2. Korinther 12,9 schreibt: „Gottes Stärke kommt in

(menschlicher) Schwachheit zur Vollendung. Denn wenn wir schwach sind, ist er stark.“

 

Die Schwachheit des Kreuzes, war, ist und bleibt die größte Manifestation der

Stärke Gottes für uns Menschen. Denn in seinem Tod finden wir Erlösung von

unserer Schuld. Der Blick auf das Kreuz gibt mir innere Hoffnung, dass alle

Umstände uns nicht nur zum Besten dienen müssen (Römer 8,28), sondern dass

auf allen „Kreuzeswegen“ unseres Lebens auch Gottes Licht scheint. Das Kreuz

führt ins Leben – weist den Weg ins ewige Leben.

 

Herzliche Einladung auch zu unseren Gottesdiensten, in denen wir auch in den

kommenden Wochen Stärkung und innere Einkehr suchen wollen.

 

Eine gesegnete Passionszeit wünscht Ihr/ Euer Pfr. Thomas Stiehl