Gedanken zum Monatsspruch  September

 

Was hat ein Mensch davon, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst dabei

aber seine Seele verliert?      

                                                                                                                                              Matthäus 16,26 - Hoffnung für alle

 

Liebe Gemeinde,

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ oder „der frühe Vogel fängt den Wurm“. Mit diesen Sprichwörtern sind wir vertraut. Das erste von beiden hat seinen Ursprung im Mittelalter. Die Bauern waren gezwungen mit ihrem Getreide zur Mühle zu gehen, um es mahlen zu lassen. Wer zuerst kam, musste sich nicht anstellen, sondern hatte die Freude, dass er keine Zeit verschwenden musste, sondern zuerst „mahlen konnte.“ Neben dem praktischen Aspekt der Vorteile dieser Gewohnheiten, die auch durchaus zu den positiven Tugenden gezählt werden kann, lenkt die Bibel unseren Blick auf ein höheres Ziel hin. Unsere Gesellschaft suggeriert verbal und non verbal – dass Erfolg und Geld Glück mit sich bringt und gleichzeitig Lebenssinn und auch Inhalt sein sollte. Es scheint erstrebenswert mehr zu haben und am Himmel der Stars und Sternchen zu funkeln.

Die Bibel stellt diese Weltanschauung und Wertevorstellung in Frage mit einer Frage:

„Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei Schaden an seiner Seele nimmt“? Eine Frage, die mich anhalten lässt und mich fragen lässt: Ist das, was ich gerade tue im Sinne Gottes? Hat es „Ewigkeitswert“? Oder schadet es mir selbst und anderen? Der Vers aus dem

Matthäusevangelium soll uns zum Nachdenken anregen. Er ist kein Gesetz, keine Vorschrift, sondern eher ein Hinweisschild, eine Anregung, unser Leben und Tun immer wieder mal neu zu bewerten und zu beurteilen. ...und weiter heißt es: „Was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“ Die Seele, die unsterblich ist, zusammen mit unserem Geist, kann gegen kein Geld der Welt eingetauscht

oder erkauft werden. Etliche Musiker und erfolgreiche Stars verkaufen ihre Seele an Luzifer und singen offen in ihren Liedern davon oder sprechen in Interviews davon. Aber was können sie am Ende aller Tage geben im Austausch für ihre Seele?

Was bei Gott zählt, ist oft anders, unsichtbar, töricht vor der Welt.

Matthäus will unseren Blick auf das lenken, was bleibt. Aus diesem Grund stellt er uns diese Grundsatzfrage: „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele“. Ein kostbares Gut, was uns Gott hier anvertraut. Wir dürfen es neu wahrnehmen und den Wert dessen durch Gottes Wort erneut erkennen. Gottes Wort stellt unsere Werte auf den Kopf. Was in der Welt heißt:

„Wer zuerst kommt mahlt zuerst“- heißt in der Bibel:

„Die letzten werden die ersten sein und die ersten die letzten“.

 

Einen gesegneten Sommerausklang mit Herbstbeginn Mitte September.

Ihr/ Euer Pfarrer Thomas Stiehl