Gedanken zum Monatsspruch  Dezember

 

Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist.

Aus der Höhe kommt das helle Morgenlicht zu uns, der verheißene Retter.

Dieses Licht wird allen Menschen leuchten, die in Finsternis und Todesfurcht

leben. Es wird uns auf den Weg des Friedens führen.     Lukas 1,78+79

 

Liebe Gemeinde,

Licht und Finsternis, Todesfurcht und Frieden, Vergebung und Barmherzigkeit. Starke Worte kommen uns hier entgegen und entfalten ihre Wirkung. Aus der Höhe, das heißt aus dem Himmel kommt das Morgenlicht zu uns. Die Rede ist von Christus, dem Retter der Welt. Wenn wir die Welt unserer Tage anschauen, dann spüren wir, dass was Lukas beschreibt kein Wortspiel ist, keine Drechselei der Worte, sondern Wirklichkeit. Todesfurcht und Finsternis sind Teil unserer Welt. Dazu müssen wir nicht an die Enden der Erde gehen, wo Krieg, Unterdrückung und Hunger herrscht. Nein, in unserer Mitte gibt es genug Armut, Bedürftigkeit und Abhängigkeit, Furcht und auch Zagen, Krankheit und Not. Aber gerade da hinein will Gott das Licht seines Sohnes senden. So wie der Lichtstrahl auf unserem Bild vom Himmel in den Stall von Bethlehem scheint. Der Stall, ein schönes Symbol für all diejenigen, die sich an den Rand gestellt, vergessen fühlen oder voller Furcht sind, was der morgige Tag bringt. Jesus kommt vor allem zu

denen, die reinen Herzens sind wie die Bergpredigt sagt und zu denen, die ihm die Tür öffnen, dort, wo er anklopft. Jesus, das Licht der Welt und der Retter der Welt.

Dieses Licht wird allen Menschen leuchten.., die in Finsternis und Todesfurcht leben, schreibt der Evangelist Lukas. Bedeutet das, dass wir Not brauchen, damit Christus zu uns kommt und wir die Kraft seines Lichtes erfahren? Ich denke nicht, denn überall dort, wo Gott eine offene Tür findet, geht er hinein. Aber eine alte Frau, die ich während meiner Zeit in Bärenstein kennen lernte – sie hatte Flucht und Vertreibung, Hunger und auch Ablehnung als Vertriebene nach dem 2. Weltkrieg erfahren – sagte immer:

„Wo die Not am größten, ist Gott am Nächsten.“ Das war ihre Lebenserfahrung, ihr Credo, ihr Lebens- und Glaubenszeugnis.

Ich glaube, dass darin eine tiefe Wahrheit steckt. Nicht, dass wir Krisen in unserem Leben provozieren oder suchen sollten. Aber wenn es uns zu gut geht, hindert uns manchmal unser Stolz daran, Christus in vollem Maße in unser Leben zu lassen. Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine Einladung an uns, so wie die Hirten und die Magier aus dem Morgenland uns niederzuknien vor dem Gott, der Mensch wurde. Christus zeigt uns, wie es gehen kann, sich selbst zu erniedrigen, damit andere erhöht werden. Das Verlassen seiner Herrlichkeit beim Vater im Himmel bringt uns das Licht, von  dem Lukas schreibt. Dieses Licht wird unsere Füße auf den Weg des Friedens richten. So übersetzt es Luther. Ein wunderbares Bild, weil es zeigt, dass wir Wege gehen können und wir für diese Wege Wegweisung, Gottes Licht und Erleuchtung brauchen. Dazu segne uns Gott, dass wir diese Wege erkennen und auch wählen. Wege, die ins Licht führen und uns selbst oder auch andere Menschen immer wieder aus der Finsternis in das Licht Gottes bringen.

Dazu segne uns Gott.

 

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen/ Euch die ganze Familie Stiehl

mit allen Mitarbeiten und Kirchvorstehern