Gedanken zum Monatsspruch  September

 

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten

sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.        Lukas 13, 30

 

Liebe Gemeinde,

Ein Rätselwort, das uns da in Lukas 13 gegeben ist. Aber es bleibt nur solange ein Rätsel, bis wir den Text davor gelesen haben.

Denn einer aus der Menge fragt Jesus: „Herr, denkst du, dass nur wenige errettet werden? Darauf antwortet Jesus mit einem Bildwort: „Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hinein geht...denn es wird die Zeit kommen, wo der Hausherr die Tür verschließen wird und alle, die an die Tür klopfen, die Antwort erhalten: „Ich kenne euch nicht.“ Ist der Weg zum Heil eine Ralley? Wer sich am schnellsten vordrängelt, der kommt hinein – wie beim Crosslauf? Natürlich nicht. Denn Jesus sagt: Erste werden Letzte sein und Letzte Erste. Also eine Art umgekehrte Logik. Aber was dieser Text deutlich macht ist, dass Jesus uns herausfordert um unser Heil zu ringen. Dieses Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das drückt er aus in dem Bildwort: „Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht, ….denn viele werden`s nicht können.“ Ohne altmodisch zu wirken, muss man sagen, dass unsere Zeit das Thema Heil nicht an vorderster Stelle des Alltagsgeschehens geschrieben hat. Das war zu Luthers Zeiten ganz anders. Aber die Bibel redet viel darüber, dass wir mit „Furcht und Zittern“ um das Heil unserer Seelen bemüht sein sollen

(Philipper 2,12). Der Monatsspruch macht deutlich, dass wir Menschen überrascht sein werden, wer ins Reich Gottes mit kommen wird und wer aber auch nicht. Letzte werden erste sein und Erste Letzte. Es geht also nicht um die Erfolgsmaßstäbe unserer Welt oder wer kämpft sich am egoistischsten nach oben. Denn Gott bestimmt hier die Spielregeln. Aber wir dürfen – jeder für sich – immer wieder unser Leben, die enge Pforte des Heils und die Ewigkeit in den Blick nehmen. Nicht vorschnell sollten wir sagen, es ist schon alles in Ordnung. Sondern ernsthaft müssen wir uns vor Gott und nur vor ihm prüfen, ob wir noch Klopfende sind oder ob Gott uns schon die Tür geöffnet hat. So wie es in der Offenbarung steht: Sei Gott treu und das bis zum Ende deines Lebens, damit niemand deinen Lohn nimmt, die Krone des Lebens. (aus Offenbarung 2,10).

Im Suchen des Wichtigen und Notwendigen im Leben ist der Vers aus dem Lukasevangelium ein Wegweiser, dem wir immer wieder Beachtung schenken sollten.

„Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hinein geht.“

Denn wir können Gott nichts anderes anbieten zum Heil unserer Seelen..

 

Es grüßt Sie/ Euch herzlich Pfarrer Thomas Stiehl