Gedanken zum Monatsspruch


 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.   Psalm 42, 3

Liebe Gemeinde,

 

Durst haben. Das kennt jeder. Nach einer langen Wanderung, an einem heißen

Tag oder früh am Morgen. Da lockt dann bei vielen der Kaffeedurst.

 

In den letzten Wochen konnten viele unter uns ihren Durst, ihren Hunger nach

Gemeinschaft, Grillpartys und auch kleinen Festen wieder stillen. Nach dieser

langen Dürrephase, die wir alle in den letzten 24 Monaten erleben mussten.

Das tut gut.

 

Die Bibel beschreibt einen anderen Durst. Das Verlangen, den Durst nach Gott

selbst. So steht es im Psalm 42,3: „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem

lebendigen Gott.“ Was bedeutet es „Durst nach Gott zu haben“?

 

Vielleicht kann der eine oder andere damit gar nichts anfangen. Andere wissen

um dieses Geheimnis. Gott, als der Schöpfer von Himmel und Erde. Gott als der

Vater und Schöpfer aller Menschen. Er hat in uns eine Sehnsucht nach ihm

hineingelegt. Viele Bedürfnisse können durch die Dinge und Gaben des Lebens

gestillt werden. Wahres Erfülltsein und innere Zufriedenheit kann meiner

Meinung nach nur durch Gott geschenkt werden.

 

„Denn die Befriedigung eines Bedürfnisses ist etwas anderes als das Stillen

einer Sehnsucht.“ Gerald Hüther

 

Für mich bedeutet es: Dass unsere aufgewühlte Seele ruhig wird. Dass wir in

Zeiten der Not einen Zufluchtsort in Gott finden. Und dass auch alle alltäglichen

Dinge mit Gott besprochen, bedacht und ihm vor die Füße gelegt werden können.

Das ist eine beruhigende Realität. Nutzen wir sie? Haben wir diesen tiefen

Hunger nach Gott – wie es der Psalmbeter beschreibt? „Meine Seele dürstet

nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“

 

In den letzten Wochen habe ich versucht viel Zeit mit Gott zu verbringen. Bei

Waldspaziergängen oder früh am Morgen. Das hat mir innere Kraft gegeben,

Freude und auch Zuversicht. Und gleichzeitig die Sehnsucht nach Gott in mir neu

entfacht. All zu oft entgleitet mir diese Gewohnheit wieder. Aber die Bibel sagt:

„Wer Gott gefunden hat, der hat Leben gefunden.“ Dahin will uns Gott

führen, zu diesem wahren Leben. Das kann und soll das Ziel der Sehnsucht nach

Gott sein. Er lässt uns nicht durstig zurück oder suchend. Sondern er stillt unseren

Mangel, macht unser Herz ruhig und erfüllt uns mit Frieden und innerer Freude.

Dazu dürfen wir ihn suchen und auch einen geistlichen Hunger entwickeln. Denn

auch das muss trainiert werden.

„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“

 

In diesem Sinne wünschen ich ihnen einen gesegneten Sommer und auch

herzliche Einladung zu unseren Festen und Gottesdiensten.

 

Ihr/ Euer Pfr. Thomas Stiehl