Gedanken zum Monatsspruch - September

 

Ja Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. Er rechnete ihnen ihre Sünden nicht an und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.             2. Korinther 5,19  

 

 

Liebe Gemeinde,

Versöhnung. Ein starkes Wort. Leicht läuft es uns manchmal über die Lippen.

Aber echte, ehrliche Versöhnung? Die Geschichten von Kain und Abel mit dem

Brudermord, der Betrug und die Lügen bei Jakob und Esau sprechen eine andere

Sprache.

Zwietracht, Streit, Unversöhnlichkeit und Unfrieden scheinen leichter zustande zu

kommen als Versöhnung.

Wie schnell ist ein unbedachtes Wort aus unserem Mund gepurzelt. Wie schnell

kommt es dazu, dass wir jemanden verletzten. Mit Worten, Taten, Unachtsamkeiten.

Gott schafft einen Rahmen für Versöhnung. Er macht es uns vor, wie das

aussehen kann. Indem er seinen Sohn in die Welt schickt und am Kreuz die Welt

mit sich selbst versöhnt. Ein unfassbarer Gedanke und eine enorme Dimension.

Gott versöhnt die ganze Welt mit sich selbst. Wir ringen manchmal mit Freunden,

Kollegen, Ehepartnern und einzelnen Menschen um Frieden.

Der Bibelvers macht deutlich: Versöhnung ist möglich. Es ist nichts Unerreichbares.

Dort, wo es keine Versöhnung gibt, will die eine Seite oder auch manchmal

beide Seiten keine Einigung. Da können wir uns nicht heraus reden. Denn Gott

selbst hat das Wort der Versöhnung unter uns aufgerichtet. Das „Wort der

Versöhnung“ ist das Kreuz selbst. Dort können wir allen Hass und Streit, alle

Eifersucht und Lieblosigkeit ablegen und uns Gottes Liebe schenken lassen. Das

ist nicht immer einfach. Aber Jesus hat es uns vorgemacht. Er hat Versöhnung in

eine Welt gebracht, die ihn nicht haben wollte. Ja, die ihn sogar getötet hat.

Dennoch war er bereit dazu. Dadurch kann uns bewusst werden, dass Versöhnung

auch etwas kosten kann. Jesus hat es sein Leben gekostet. Uns kostet es vielleicht

unseren Stolz oder unsere Überzeugung „Ich habe Recht, der andere Unrecht“ / ist

nicht im Sinne Gottes und auch kein Weg der Versöhnung. Wie gut und wichtig

Versöhnung ist, weiß jeder, der schon eine “Friedenspfeife“ mit jemandem

geraucht hat, sich ausgesöhnt hat und das Kriegsbeil begraben. Ich glaube, dass

dies immer wieder notwendig ist. Jesus als eine Art Friedensrichter kann uns

helfen aus den Schützengräben Tische der Begegnung zu zimmern.

So wie es Soldaten an der Front auch immer wieder geschafft haben.

Einem Gegner zu helfen, sein Leben zu verschonen oder auch wie im 1.

Weltkrieg an der Front gemeinsam Weihnachten zu feiern.

Gott hat das Wort der Versöhnung unter uns aufgerichtet. Richten wir uns doch

innerlich auf, indem wir dieses Wort umsetzen und dadurch Gottes Versöhnungstat

in der Welt sichtbar machen.

Das hat mehr Kraft und Botschaft als viele Aktivitäten, die wir manchmal mit

unversöhnten oder grummeligen Herzen tun.

 

Einen gesegneten Sommerausklang und Herbstbeginn wünscht

Ihr/ Euer Pfarrer Thomas Stiehl