Gedanken zum Monatsspruch  August

 

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt,

         der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.            1. Johannes 4,16

 

„Bleiben, wo der Pfeffer wächst“. „Im Haus bleiben.“ „Jemandem fern bleiben“. „An der Arbeit dran bleiben“. „Im Sport dran bleiben“. All das kennen wir und praktizieren es im Alltag. Aber was bedeutet es eigentlich: „In der Liebe bleiben“ und „in Gott zu bleiben“? Das ist ja kein Mechanismus, keine praktische

Tätigkeit, die wir wie Hammer und Nagel in die Hand nehmen.

Und dennoch hat es mit unserem Leben etwas zu tun, mit unserem inneren und äußeren Menschen. Menschen, die viel Liebe in ihrem Herzen haben, denen spürt man das ab, die müssen in der Regel nicht viel darüber reden. Um solche Menschen scharen sich gern andere, weil sie sich geliebt und angenommen fühlen. Andererseits ist die Liebe nach der Bibel auch eine Entscheidung, weil sie mit so vielen Attributen versehen ist: „die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe sucht nicht das Ihre, sie bläht sich nicht auf, sie rechnet das Böse nicht zu...sie freut sich aber an der Wahrheit.“ An diesem kleinen Ausschnitt aus 1. Korinther 13 können wir unser Leben prüfen, ob wir in der Liebe Gottes sind oder nicht. Denn die genannten Dinge sind „Beweise“, „Zeichen“, Merkmal der Liebe, von der die Bibel spricht. Wenn wir das nicht leben, dann muss ich mir eingestehen, dass die Liebe Gottes gerade nicht in meinem Leben ist, ich nicht in Gott und auch nicht in seiner Liebe bin. Diese Erkenntnis ist manchmal bitter.

Allerdings ist es doch auch hilfreich zu wissen, was die Liebe eigentlich ausmacht, denn ansonsten bleibt es ein bloßes Gefühl, was mal da ist und mal weg, oder etwas, das rein subjektiv beschrieben werden kann. Die Liebe „erträgt alles, glaubt alles, hofft alles.“ Demnach haben Hoffnungslosigkeit, Bitterkeit, üble Nachrede, Ungeduld und Zweifel keinen Platz auf der Liebes – Landebahn.

Und wir können diese Dinge entfernen, wenn wir sie in unserem eigenen Leben entfernen. Die Bibel sagt: „Gott ist die Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Das ist ein intimes Geschehen, auch wenn es nicht um körperliche Liebe geht. Aber ein Geschehen, was unsererseits einer Öffnung, einer Bereitschaft bedarf. Andererseits eines Trainings - die Liebe Gottes zu empfangen und in dieser Liebe zu wachsen. Das ist laut Gottes Wort für uns Christen die oberste Pflicht und höchste Aufgabe. Wieviel Zeit investieren wir eigentlich im Alltag darein in der Liebe zu wachsen? Vielleicht bietet die Urlaubszeit Gelegenheit einmal über dieses Thema nachzudenken, frei zu werden von Lieblosigkeiten, aber auch andere Menschen zu erfreuen mit einem Stück der

Liebe Gottes.

Auf diesem Gebiet sind wir ein Leben lang in der Wachstumsphase.

 

In diesem Sinne grüßt Sie/ Euch recht herzlich Ihr/ Euer Pfarrer Thomas Stiehl