Gedanken zum Monatsspruch  März

 

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein.“      

                                                                                                                                                1. Samuel 7, 3

 

Liebe Gemeinde,

Der Prophet Samuel wurde von Gott in einer Zeit berufen, als das Wort Gottes und die Offenbarung über Gott rar geworden waren.

Samuel hatte den Auftrag, die Bundeslade, in der die 10 Gebote lagerten, und die Zeichen der Gegenwart Gottes war, nach Israel zurück zu bringen. Später stand sie dann im Tempel von Jerusalem im „Allerheiligsten“, dem innersten Raum des

Tempels, der nur vom Hohepriester betreten werden durfte. Mit dieser Rückführung der Bundeslade, die die Philister geraubt hatten, sollte Gott wieder in die Mitte der Gesellschaft gestellt werden. Denn viele Menschen hatten sich von Gott abgewandt und folgten anderen Göttern. In diesem Zusammenhang steht der Monatsspruch: „Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein.“ Aber er geht noch weiter: So tut von euch die fremden Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister. Diese Aufforderung betrifft das 1. Gebot – keine anderen Götter neben diesem einen zu haben.

Nun beten von uns die wenigsten Holzstatuen oder Steinfiguren an. Trotzdem dürfen wir uns fragen, wo wir andere Dinge, Menschen, Beschäftigungen, Hobbies über Gott stellen. Das heißt, diesen Dingen den 1. Platz in unserem Leben einräumen.

Diesen 1. Platz will Gott aber für sich reserviert wissen. Martin Luther drückt es in seinem kleinen Katechismus zum 1. Gebot ganz schlicht aus: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.“

Dies lenkt unseren Blick vom Gesetz auf eine Beziehungsebene. Welchen Dingen, Menschen etc. vertraue ich? Setze ich unbewusst mein Vertrauen in finanziellen Wohlstand oder dem Erfolg beim Sport oder im Beruf? Samuel lenkt unseren Blick auf diesen einen Gott, der unsere Sehnsüchte und unseren Mangel ausfüllen will. Deshalb steht hier das Herz in der Mitte: „Wendet

euer Herz wieder Gott zu.“ Im hebräischen Denken war das Herz der Ort des Willens, der Gefühle und auch die Mitte des menschlichen Lebens. So wie es in den Sprüchen steht: „Über alles andere aber bewahre dein Herz, denn aus ihm entspringt das Leben.“ Mit unserem Herz sollen wir Gott allein dienen. So fordert Samuel sein Volk dazu auf. Vielleicht können wir uns auf dem Weg in die Passionszeit einmal Zeit nehmen und uns selbst, aber auch Gott fragen, wem wir mit unserem Leben dienen. Ist es Gott allein oder gibt es da unter Umständen doch viele andere Sachen, die uns von der Quelle des Lebens abhalten?

Die kommende Passionszeit, die am 6. März beginnt, lädt uns ein, inne zu halten und über diese wichtigen Dinge zu meditieren und nachzudenken. Damit Gottes Herrlichkeit sich in unserem Leben und unseren Gemeinden ausbreiten kann.

 

Eine besinnliche Passionszeit wünscht Ihnen Ihr / Euer Pfarrer Thomas Stiehl