Gedanken zum Monatsspruch

 

                                                    Jesus Christus spricht: „Wachet!“      Markus 13, 37

 

Liebe Gemeinde,

vor einigen Tagen las ich einen Medienartikel mit der Überschrift:„Autofahrer schläft in Chemnitz auf Kreuzung ein“. Eine Frau weckte in der Nacht den am Steuer eingeschlafenen Mann durch mehrfaches Klopfen an der Scheibe auf. Dieser fuhr einige Meter weiter, riss einen Zaun mit sich. Dann flüchtete er vom Unfallort. Weit kam er nicht, da ihn wie die Zeitung berichtet „erneut die Müdigkeit überkam.“ Mitten im Verkehr zu schlafen. Auf einer Kreuzung. Ein drastisches Erlebnis, aber auch ein Bild dafür, dass manche Menschen „schlafend“ durch den Alltag gehen.

Jesus Christus ruft uns in dem Bibelvers aus dem Markusevangelium zur Wachsamkeit. „Was ich aber euch sage, dass sage ich allen: Wachet!“ Anscheinend stehen wir alle in der Gefahr, die Zeichen der Zeit, das Rufen Gottes, die rechte Stunde von Gottes Wiederkommen zu „verschlafen“. Was bedeutet das: Jesus will seinen Jüngern bewusst machen, dass es notwendig ist, geistlich wach zu sein. Die Geschichte von den Jüngern im Garten Gethsemane zeigt, wie leicht uns dieser geistliche Schlaf ereilen kann. In der schlimmsten Stunden des Lebens von Jesus, wo er mit dem Tode, den bevorstehenden Leiden und seinem Vater im Himmel ringt, schlafen die Jünger. Mehrere Male muss er sie aufwecken, weil er sie immer wieder schlafend antrifft. Der Schlaf wird somit in der Bibel zu einem Symbol für fehlende Wachsamkeit. Wir sprechen ja auch im Volksmund von „verschlafenen Typen“. Jemand, der nicht in die Puschen kommt. Jesus teilt uns in diesem Wort mit: Wachet. Steht fest im Glauben.

Verpasst nicht die Zeiten, in denen ich zu euch Menschen reden will. Wo ich euch von kommenden Dingen erzählen will, aber auch wovor ich euch warnen möchte. „Was ich aber euch sage, dass sage ich allen: Wachet!“ Es geht hier nicht darum sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, sondern um geistliche Wachsamkeit. Der Kirche ist eine Art geistliches Wächteramt gegeben. Wir sollen über unseren eigenen Lebenswandel wachen, wir sollen Wächter im Gebet sein für unser Dorf, unser Land. Seid wachsam. Haltet Augen und Ohren offen für das, was kommen wird und ich tun will. Natürlich, die Bibel sagt im Psalm 127,2 auch: „den Seinen gibt es der Herr im Schlaf.“ Aber dabei geht es um das Sorgen, dass wir Gott alle Dinge anvertrauen sollen. In dem Text des Markusevangeliums werden wir zu einer geistlichen Wachsamkeit gerufen, die uns in die Lage versetzt, nah an Gott dran zu sein, so dass wir nicht in geistlicher Blindheit und Müdigkeit durch unser Leben wandeln. „Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt.“ Dieses Wort der Wachsamkeit lädt uns besonders in der Passionszeit ein, Gott zu suchen, aus dem Schlummer aufzustehen und nicht wie die Jünger zu schlafen.

 

Es grüßt Sie und euch herzlich Ihr/ euer Pfarrer Thomas Stiehl