Immer wieder neu anfangen


Liebe Gemeinde,

 

Die Bibel ist ein Jungbrunnen.

Ihre Worte wollen Trauernde trösten, Verzagte aufrichten, Entmutigten neuen

Mut zusprechen, Hoffnungslosen ein Licht anzünden.

Von dieser Nahrung sollten wir mehr zu uns nehmen. Mir jedenfalls bekommt es

gut, wenn ich es tue. Das habe ich ein Stück in der Allianz Gebetswoche erlebt.

Worte wie: „Sein Wort kommt nicht leer zurück, sondern es wird tun, wozu

Gott es sendet.“ Oder auch: „Da ist Freude im Himmel über einen Sünder,

der umkehrt“, schenkt mir neue Zuversicht und Kraft.

Gott fängt immer wieder mit uns an. Auch in diesem neuen Jahr 2021.

Und das an jedem neuen Tag. Die Schrift sagt es so: „Seine Treue (Güte) ist jeden

Morgen neu.“

Gott fängt an, hilft uns auf, zeigt uns den Weg.

Manchmal leuchtet er uns heim – wenn es notwendig ist.

All das macht mir Mut – zu wissen, dass Gott uns und die Welt nicht aufgibt.

Dass wir manchmal mit dem Bösen, gegen Krankheit und Tod kämpfen müssen,

aber Gott uns als liebender Vater zur Seite steht.

Deshalb sind wir als Christen gerufen Freude und Hoffnung in die Welt zu tragen.

Christsein ohne Hoffnung geht nicht – finde ich. Auch wenn es einmal hart

kommt. Und was auf uns im Jahr 2021 zukommen wird, das wissen wir nicht.

Egal, was geschieht, Mut schöpfen, Freude verschenken, das können wir (fast) jederzeit.

 

Dazu eine kleine Geschichte der Wüstenväter:

„Ein Soldat fragte Vater Mios, wann Gott Buße (Umkehr) akzeptiere. Nachdem

ihm der alte Mann viele Dinge gesagt hatte, sagte er, „Erzähl mir, mein Lieber,

wenn dein Mantel zerrissen ist, schmeißt du ihn dann weg?“ Er antwortete, „Nein,

ich flicke ihn und benutze ihn wieder.“ Der alte Mann sagte zu ihm, „Wenn du so

sorgfältig mit deinem Mantel umgehst, wird dann Gott nicht genauso sorgfältig

mit seinen Geschöpfen umgehen?“

 

Die Geschichte macht deutlich: Gott fängt immer wieder mit uns an.

Er geht sorgfältig mit seinen Geschöpfen um. Er wirft uns nicht weg wie einen

alten Mantel, wenn wir uns verirrt haben. Darin wird Liebe, Väterlichkeit, Treue

und Hilfe deutlich.

Gott ist da. Er gibt uns nicht auf. Er spurt eine neue Bahn im Schnee, im Dreck

dieser Welt, in den Sackgassen des Lebens. Was braucht es mehr neben allem

anderen als diese Zuversicht? Nehmen wir mehr Dosen davon in uns auf – ich

glaube, das ist der beste Impfstoff der Welt.

 

Ihnen / euch allen ein gesegnetes Jahr 2021 / Gottes Schutz und Bewahrung.

Ihr / euer Thomas Stiehl