Denn euch ist heute der Heiland

geboren, welcher ist Christus, der Herr.

                                                 (Lukas 2,11)

 

 

 

 

Liebe Gemeinde und liebe Gäste,

liebe Festtagsgemeinde,

 

Meine Großmutter wird in wenigen Monaten 90.

Über viele Jahrzehnte war sie Pfarrfrau.

 

Sie hat den Krieg, das brennende Dresden, wechselnde Zeiten, Fülle und Mangel erlebt.

 

Jetzt wohnt sie in einem Altenheim.

Körperlich angeschlagen.

Geistig rege wie immer.

 

Für mich war sie über viele Jahre wie eine Mutter. Ansprechbar, heiter, lebensnah.

Große Teile der Ferien haben wir immer bei ihr verbracht.

Für einen Rat oder praktische Hilfe war sie oft zur Stelle.

 

Sie ist ein Engel in meinem Leben.

Auf meinen Weihnachtsgruß hin schrieb sie Folgendes in ihrem ihr eigenen Telegrammstil zurück:

Schwere Weihnachten: 1942-45 – Bomben fallen auf Dresden.

1945: Flucht von der Heimat, verlassen von Haus und Hof.

Lebt der Mann noch oder ist er gefallen?

Oder vielleicht in Gefangenschaft?

1946/ 47 – Hungerjahre.

 

Schwere Weihnachten.

 

Aber war es denn nicht genauso um die Geburt Christi herum?

Das töten der männlichen Babies.

Die Verfolgung durch Herodes.

Die Flucht nach Ägypten?

 

Jesus ist nicht in einer Sänfte oder einem überheizten Königspalast zur Welt gekommen.

 

Sondern inmitten von Kummer, Armut und Leid.

Ja, kein Platz war da in der Herberge für den Gottessohn.

 

Was für eine Vorstellung.

 

Umso gewaltiger, umso überwältigender kommt dieser Gott in unsere Welt.

Johannes schreibt:

In Christus, in diesem Mensch gewordenen Wort war das Leben.

Und das Leben war das Licht der Menschen.

Und dieses Licht scheint in die Finsternis (dieser Welt).

Aber die Finsternis konnte es nicht ergreifen/ nicht verzehren.

 

Krieg/ Hunger/ Leid/ Corona – ja, das ist alles da.

Und auch Finsternis!

 

Aber

 

Das Licht Gottes scheint.

Es scheint trotzdem oder dennoch.

Oder es scheint gerade inmitten dieser dunklen Tage.

 

Liebe Gemeinde, ich möchte mich selbst anpredigen, sie und euch auch, dass wir den Blick auf diese Supernova, auf dieses Licht

Gottes nicht verlieren, sondern in Christus das wahre Leben immer mehr finden. Dass wir das tun und glauben, was der Evangelist Lukas schreibt:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht (Lukas 21,28)

 

Und wenn wir das tun – unser Haupt erheben, dann sehen wir

Christus, der nach Johannes 1 das Leben selbst ist.

Und dieses unverwüstliche Leben, was niemand zerstören, hindern oder aufhalten konnte, wurde zu einem ewigen Licht für uns

 

Menschen. – P –

 

Das Wort wurde Mensch/ ward Fleisch und wohnte unter uns.

Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, die durch

Christus strahlte und vom Vater kam, sie war voller Gnade und Wahrheit.

 

So schreibt es Johannes.

Aber woher kam dieses Licht?

Wo wurde es geboren? Geistlich gesehen?

Was war der Preis für dieses Licht der Welt?

Für Jesus, den Retter und Heiland?

 

Was musste er bezahlen?

 

Eine gedankliche Annäherung….

Immer wieder hören wir von Entführungen und Lösegeldforderungen.

 

Ich erinnere an die Entführung der Schlecker Kinder Lars und Meike.

9,6 Millionen wurden als Lösegeld gezahlt.

Ich erinnere an die Entführung des Aldi Nord Gründers Theo Albrecht.

7 Millionen wurden gezahlt als Lösegeld.

Und dann die gewaltige Lösegeldzahlung für den letzten Inkakönig Athahualpa, der der letzte Herrscher des Inkareiches in den

südamerikanischen Anden war.

 

Er wurde von dem spanischen Eroberer Franzisco Pizarro hinterhältig gefangen genommen.

Der Inkakönig bot dem Spanier ein gewaltiges Lösegeld für seine Freilassung an.

Rund 25 Tonnen Gold und Silber. Das sind mehr als 300 Millionen

Euro in heutige Währung umgerechnet.

Das Lösegeld wurde gezahlt.

Nie vorher und nie nachher wurde eine größere Lösegeldsumme gezahlt.

Aber es war vergeblich

 

Denn der König wurde hinterhältig und aus fadenscheinigen Gründen dann doch noch ermordet.

(Geschichte aus „Ein Blick“ Kalender 2020 März)

 

Diese Geschichte zeigt, dass kein Geld der Welt, keine Forderung und keine Zahlung ausreicht, (auch keine 25 Tonnen Gold und Silber) um das zu tun, was notwendig ist zu unserer Loslösung, Erlösung, Errettung.

Dazu braucht es dieses Licht.

Den Sohn Gottes, der auf die Erde kommt und Mensch wird, und den notwendigen und einzigen Preis bezahlt, das einzige Lösegeld, was uns hilft.

 

Ich spreche davon, dass Jesus sein Leben gab.

Dass er sein Blut für uns vergossen hat.

 

Denn er gab sein Leben, seine Blut für uns.

So wie es passend zu dieser Geschichte aus Peru im 1.Petrusbrief steht:

Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen – mit Silber und Gold erlöst worden seid.

Sondern mit dem kostbaren Blut Christi, eines unschuldigen und fehlerlosen Lammes.

 

Und dieser Löser, dieses Lamm, der Mensch gewordene Gott kommt als Kind auf diese Erde, um das Lösegeld für einen jeden von uns zu bezahlen.

Keine Million.

Sondern sein eigenes Leben gibt er für uns.

 

Was er tut, ist nicht vergänglich.

Was er tut ist nicht käuflich.

Was er tut ist mit nichts anderem vergleichbar oder aufrechenbar.

 

Nur durch das Kreuz wird er zu diesem Licht, was die Finsternis durchsticht.

Was nicht ausgelöscht, aufgehalten oder abgedreht werden kann.

 

Da dieses Licht, dieses Leben bezahlt wurde mit seinem Leben.

Mit Tränen, Folter, Blut und Leid.

 

Weil Jesus sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle.   ( 1. Tim 2,5)

 

Damit als Ergebnis, Segen, Konsequenz davon das geschieht und zu uns kommt, was wir am Anfang gehört (gelesen) haben.

 

In Christus, in diesem Mensch gewordenen Wort war das Leben.

Und das Leben war das Licht der Menschen.

Und dieses Licht scheint in die Finsternis (dieser Welt).

 

Aber die Finsternis konnte es nicht ergreifen/ nicht verzehren.

Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet.

 

Dann können wir das schwerste Weihnachten aller Zeiten erleben und dennoch tiefe Freude im Herzen empfangen.

Dietrich Bonhoeffer schreibt sinngemäß:

 

„Es gibt Menschen, die es für Unsinn halten und Christen, die es für unfromm halten auf eine bessere Zukunft zu hoffen und sich darauf vorzubereiten, Sie glauben an das Chaos oder entziehen sich der Welt durch fromme Weltflucht und nehmen die Verantwortung für den Aufbau des Neuen, für die kommenden Generationen nicht wahr.“

 

Aber genau das ist Christ Geburt und die Erwartung seiner Wiederkehr.

Dass wir nach Hause kommen.

Das Christus wie es in der Offenbarung steht ein 1000 jähriges Friedensreich auf der Erde aufrichten wird.

 

Mit uns, mit denen, die gerade das nicht für Unsinn und unfromm halten.

Aber wir sind noch in den Geburtswehen dieses kommenden Zeitalters und vielleicht werden es erst unsere Kinder oder Enkel

erleben.

 

Aber das ist das Licht von Bethlehem, was in die Finsternis scheint.

Unsere eigene und die der Welt.

In IHM können wir Heimat, Freude, Geborgenheit finden.

 

Denn Christus sehnt sich nach uns.

Er hat uns in Bethlehem ein Haus gebaut.

Ein Heim voller Liebe.

Er will für uns ein zuhause sein.

 

Aber auch alle nach Hause rufen, die wie noch im Dunkeln umher irren.

Friedrich von Bodelschwingh bringt es auf den Punkt indem er sagt:

Nach Hause kommen, das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser

Erde.

 

Beth -lehem – das Haus des Brotes kann uns Heimat und Zuhause werden – ebenso wie das Kreuz der Ort der Erlösung sein soll.

 

Was bedeutet das?

Unsere westliche Welt mit allem Reichtum, allen Häusern und äußeren Bequemlichkeiten hat viele in unserer Gesellschaft zu

„Obdachlosen“ gemacht.

Nicht, dass die meisten kein Dach über dem Kopf hätten.

Nicht, dass es uns an Nahrung und anderen Dingen fehlt.

 

Aber wie viele wissen nicht mehr wo sie hin gehören?

Ihr Herz hat keine Heimat mehr.

Sie sind wie Obdachlose, die von einem zum anderen getrieben werden ohne Sinn und Ziel.

Sie haben gefüllte Taschen, aber ein leeres Herz.

 

Sie haben kein Zuhause mehr – trotz Eigentumswohnung oder nettem Eigenheim.

 

Christus, dieses Licht der Welt bietet uns ein Zuhause an.

Wo wir nicht nur unseren Leib, sondern auch unsere Seele und unseren Geist ausruhen können.

 

Weil wir wissen:

„Du kannst dir ein Haus kaufen, aber nicht ein Heim,

Du kannst dir ein Bett kaufen, aber nicht den Schlaf,

Du kannst dir eine Uhr kaufen, aber nicht die Zeit.

DU kannst dir ein Buch kaufen, aber nicht das Wissen,

Du kannst dir ein Herz kaufen, aber nicht die Liebe.,

du kannst dir eine Tür kaufen, aber nicht die Freunde, die

hindurchgehen.“ (Volksweisheit)

 

Der Stall lädt uns ein nach Hause zu kommen. Innerlich und

äußerlich. In dieses Licht, was in die Finsternis scheint und das

wahre Leben in sich birgt. Jesus das wahre Licht, das allen

Menschen leuchtet.

 

Amen.