Geistliches Wort


Liebe Gemeinde,

Ein Ruf, Gott zu vertrauen -

 

wie geht es weiter – mit uns, unserer Gesellschaft, dem Alltag?

Keiner von uns, denke ich, kann diese Frage wirklich beantworten.

Die Ungewissheit macht Menschen mutlos. Andere werden aggressiv oder resignieren.

Die Bibel und diese wahre Geschichte spricht eine andere Sprache. Ich möchte es mit: „Ein Ruf, Gott zu vertrauen“ umschreiben. Denn er wird uns auch in scheinbar ausweglosen Situationen führen.

Seine Macht entfaltet sich ja nicht nur in den guten Tagen, sondern gerade in den dunklen Stunden. So wie es die Bibel sagt: Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.                                                                                                                                                                                                     (Jesaja 60,2)

So wie das Licht sich nur zaghaft aus dem dunklen Kirchlein auf dem Titelbild ins Freie kämpft. Glauben wir das? Dass Jesus durch- kommt? Halten wir daran fest in dieser Zeit?

Unser Glaube wird durch alles Bedrückende dieser Zeit auf den Prüfstand gestellt.

Aber Gott ist treu. Seine Herrlichkeit kam nicht nur vor 2000 Jahren mit Christus

auf die Erde. Sondern er will dort handeln, wo unser Herz finster ist und unser Geist betrübt. „Finsternis bedeckt das Erdreich…“ Ja, das bringt wohl die jetzige Situation, in der wir uns befinden, auf den Punkt. Jedoch verspricht das Jesajawort, dass Gottes Gegenwart erscheint, dass seine Herrlichkeit durchkommt und es hell wird. Wie das konkret aussehen kann bezeugt eine wahre Geschichte, die ich in der Verkündigung am 1. Advent erzählt habe.

„Jim O‘ Neill ist allein an Bord seiner Cessna, das Wetter ist traumhaft, die Sicht atemberaubend – plötzlich platzt in seinem Gehirn eine Ader. Der Blutdruck trifft die schwächste Stelle: den Sehnerv.

Der erfolgreiche Unternehmer ist plötzlich blind – allein in 1700 Meter Höhe. Er tastet nach seinem Funkgerät und setzt einen Notruf ab.

Die Hilfe kommt von oben, buchstäblich in einer Stimme aus dem Himmel. Sie gehört Paul Gerrard. Er ist Ausbildungspilot der Royal Air Force.

Er setzt sich mit seinem Flugzeug genau hinter die Cessna von Jim O‘ Neill und funkt ihm jede einzelne Handbewegung ins Cockpit.

Paul Gerrard wird zum Hirten für Jim O’Neill.

Der erfahrene Pilot muss sich führen lassen wie ein Anfänger. Nach sieben

abgebrochenen Landeversuchen hat der erblindete Jim O’Neill beim achten Mal

sein Ziel gefunden. Er setzt etwas holprig, aber doch sicher auf der Landebahn auf und ist buchstäblich gerettet.“

(Aus dem Neukirchner Kalender 2021)

Gott setzt sich als Lenker und Hirte hinter uns. Er kann uns die Hand führen, uns Anweisungen geben, wo wir wie blind sind und nicht wissen, wo es hingehen soll. Ohne Vertrauen in den Ausbilder hätte dieser Pilot seine Landung auch nicht gemeistert.

Die Geschichte ist für mich ein Bild für unsere Zeit. Immer wieder unser Vertrauen auf Gott zu richten. Ihm das Steuerruder in die die Hand zu geben. Und sich führen lassen, wo wir nur noch Nebel und Dunkelheit sehen. Er macht unser Dunkel hell!

 

Wir wünschen Ihnen und Euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

 

Im Namen aller Mitarbeiter der Kirchgemeinde

Ihr Thomas Stiehl